Reise blog von Travellerspoint

Japan, Teil 2

Ise

In Ise begegne ich von den Orten, die ich besuche, wohl am wenigsten westliche Touristen. Hier befinden sich zwei der wichtigsten Schreine des Shintoismus, quasi der kleine wie auch der grosse Schrein von Ise, in denen jeweils noch viele kleinere Schreine angesiedelt sind. Das Besondere daran ist, dass die Hauptschreine alle zwanzig Jahre vollständig neu gebaut werden. Dabei wird für die Holzbauten kein einziger Nagel verwendet, sondern alles quasi zusammengesteckt. Aber nicht nur Schreiner, sondern Handwerker aus allen Sparten sind beim Neubau gefragt, und es sollen insgesamt etwa 150'000 Personen beteiligt sein.
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Allzu viel gibt es hier von den Schreinen von Ise nicht zu sehen, da Fotografieren der inneren Bereiche untersagt ist. Auf den Bildern der Eingang zum Gelände des Hauptschreins und die Treppe zu ebendiesem.
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Nara

Wie Kyoto ist auch Nara eine frühere Kaiserstadt. Sie liegt wie Ise auf einer Halbinsel südlich von Kyoto. Hierher gibt es keine Schinkansen. Ich mache mit der Tatsache Bekanntschaft, dass es neben JR (Japan Railways) noch viele weitere Regionalbahnbetreiber gibt, und diese haben ihre eigene Logik und Ticketbepreisung. Aber nach einigem Bestaunen von riesigen Streckenplänen und ein paar Tips von hilfsbereitem Bahnpersonal habe ich meine Ziele auch hier ohne Probleme erreicht.
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Berühmt ist der riesige Buddha von Nara, der bis unter die Decke des grossen Tempelbaus reicht
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Im weiten umliegenden Park mit weiteren Tempeln und Schreinen ist auch viel Wild anzutreffen, das von Besuchern gut durchgefüttert wird.
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Laternen im Tempel Kasuga-Taisha, bei Tag und als «Simulation» des Laternenfests.
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Pavillon im Weiher
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Hiroshima

Hiroshima ist der westlichste Ort, den ich in Japan besuche. Natürlich ist hier der Abwurf der ersten Atombombe und deren zerstörerische Wirkung das Hauptthema. Ich besichtige erstmal den bekannten «Atomic Dome», eines der wenigen Gebäude im Stadtzentrum, die von der Bombe nicht vollkommen zerstört worden sind. Nachher spaziere ich in durch den gleich angrenzenden Friedenspark, in dem sich auch das berühmte Friedensmuseum befindet. Hier wird unter anderem anhand von vielen Einzelschicksalen erzählt, was die gewaltige Explosion mit den Menschen und der Stadt angerichtet hat. Vor dem Hintergrund all der aktuellen Konflikte in der Welt, in denen aus Hass nur weitere Zerstörung und Leid geboren werden wäre es auch verständlich, wenn die Wirkung des 6. August 1945 in dieselbe Richtung geführt hätte. Aber das Gegenteil ist der Fall – die Stadt Hiroshima steht seither für eine atombombenfreie Welt und für den Frieden ein. Das wird eine der schönsten Erinnerungen an Japan bleiben, trotz all des Leids, das diesen Ort heimgesucht hat.
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Ausblick von meinem Hotelzimmer auf das Friedensmuseum von Hiroshima. Der Friedenspark liegt im Bild rechts davon. Seine Achse weist genau auf die Kuppel des A-bomb Doms.
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Der sogenannte ‘A-bomb Dome’, das ehemalige Gebäudes der Industrie- und Handelskammer, welches sich direkt unter dem Zentrum der Explosion befand. Es ist wesentlich grösser als ich es erwartet hatte.
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Das Kinder-Friedensmonument: es wurde 1958 errichtet und Sadako Sasaki gewidmet, die 1955 im Alter von 12 Jahren an den Spätfolgen der Verstrahlung verstarb. Das krebskranke Mädchen wollte 10'000 Origami-Kraniche falten, darauf hoffend, dass sie dadurch geheilt werden würde. Seither gilt der Origami-Kranich als Zeichen des Friedens.
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Abendstimmung vor dem Friedensmuseum von Hiroshima
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Miyajima

Der letzte Tempel, den ich besuche, ist der Itsukushima-Schrein auf der Insel Miyajima, wohin mich ein Shuttle direkt aus der Stadt bringt.
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Das Besondere an diesem Schrein: er steht bei Flut ganz im Wasser.
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Eines der beliebtesten Photosujets in Japan bei meinem Besuch leider mit Klumpfuss. Bei Ebbe ist der Grund offenbar trocken.
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Hochzeitspaar am Schrein in traditioneller Kleidung.
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Auch hier laufen wieder hübsche Rehlein frei durch die Gegend.
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Vielleicht insgesamt etwas weniger eindrücklich war dieses Torii, aber derzeit macht es das teilweise gut, weil ohne Klumpfuss.
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Fuji

Das Wetter in Japan ist zur Zeit meines Besuchs sehr wechselhaft und es gibt auch viel Regen. Dreimal fahre ich mit dem Schinkansen am Fujisan vorbei und sehe vielleicht 3 Sekunden lang seine Spitze, ansonsten ist er immer dick in Wolken gepackt. Als meine Wetter-App am Fuji einen Tag ohne Regen und voraussichtlich auch mit klarer Sicht verspricht, reise ich quasi per Express dahin und lasse zwei geplante Sehenswürdigkeiten links liegen. Der Plan geht auf, und ich bekomme den erhabenen Berg während einer mittelschweren Wanderung auf einen nahen Gipfel endlich in seiner ganzen Pracht zu Gesicht. Es wäre auch möglich gewesen, den Fujisan selber zu besteigen, aber davon nehme ich Abstand, denn ohne Akklimatisierung würde ich in der Schweiz auch keinen Berg von vergleichbarer Höhe in Angriff nehmen. Und ausserdem: wenn es an diesem Tag einen Berg in der Gegend gibt, von wo aus man den Fujisan mit Sicherheit nicht richtig sehen kann, dann ist es der Fuji selber….
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Blick zum Fuji beim Aufstieg auf den Berg Mitogouge.
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Blick vom Mitotouge Richtung nördliche Japanische Alpen. Das musste ich natürlich hin – holdereiti!
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Wasserfall beim Abstieg
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Abendstimmung am Kawaguchi-See, einer der 5 Fuji-Seen. (genau, richtig, von allen fünfen kann man den Fuji sehn…).
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Matsumoto und die Japanischen Alpen

Am nächsten Tag ist die Aussicht weg und ich auch. Nochmals ist für einen Tag später gutes Wetter angesagt, und so reise ich in die Japanischen Alpen, nach Matsumoto, wo man eine japanische Burg besichtigen kann. Der wahre Grund, warum ich hierher kam, war der Tagesausflug in die Berge nach Kamikochi. Hier mache ich mich nochmals mit Wanderschuhen in die Berge auf. In der Touri-Information geben sie mir die Auskunft, dass ich zwar gut in die Höhe steigen kann, für den etwas über 3000 Meter hohen Gipfel zu spät dran bin. Das stellt sich dann auch als richtig heraus, denn probieren tue ich’s trotzdem. Das Gelände ist steil und der Wanderweg mit Leitern aus Holz und Stahl und unzähligen Seilen gesichert. Und auch der Abstieg ist nicht leicht, und zum Schluss bin ich vielleicht eine halbe Stunde vor Abfahrt des Busses wieder in der Talstation müde, aber um die Erinnerung an einen sonnigen Tag in einer faszinierenden Bergwelt reicher.
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Blick auf die etwas finstere Samurai-Burg von Matsumoto.
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Die viel fotografierte Hängebrücke in Kamikochi
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Auf der Wanderung in Kamikochi. Im oberen Teil sind die Bergflanken wirklich sehr steil und der Weg mit zahlreichen Sicherungsseilen und Le

Eingestellt von greoj 08:25 Archiviert in Japan

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