Reise blog von Travellerspoint

Philippinen - mehr Südsee, mehr Strand, mehr Entspannung...

Das Programm für die Philippinen war eigentlich recht einfach: Palawan, eine langgezogene Insel im Südwesten. Nach der obligaten Ankunft in der gelinde gesagt leicht chaotischen Metropole Manila war die Weiterreise dahin bald organisiert. Nach der Landung auf dem kleinen Provinzflughafen von Puerta Princessa brachte mich ein Tricycle zu meiner Absteige in der Nähe des Busbahnhofs. Da löse ich für den anderen Tag ein Busticket nach El Nido. Ziemlich einfach alles hier, aber alles klappt ohne grosse Aufregung.
Tricycles sind quasi das Transport-Arbeitspferd der Philippinen ausserhalb der Städte, analog zu Tuk Tuk’s in anderen Teilen Asiens. Beim Tricycle handelt es sich um ein Motorrad mit Seitenwagen, mit zugefügtem Dach (ja, es regnet hier ab und zu…).
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Als ich am nächsten Tag nach fünf Stunden Fahrt am Ziel ankomme, schüttet es in Strömen. Mit dem starken Taifun, der am Vortag den Norden von Luzon (Hauptinsel des Landes) heimgesucht hat, ziehen natürlich auch im weiteren Umfeld Schlechtwetterzonen mit. Und die dürfen wir jetzt ausbaden – bzw. ausduschen. Ungefähr so sah es dann aus:
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Das Wetter wird schon am Tag darauf wesentlich freundlicher und ich geniesse dieses Tropenparadies, auch wenn es sich schon stark auf den Tourismus eingestellt hat. Aber es ist auch mal nett, nach dem Abendessen in der Dunkelheit den Strand entlang zu spazieren und bei Gefallen in einer der Bars mit Musik Platz zu nehmen. Nebst einer Tour in den Bacuilt-Archipel gehe ich auch einen Tag tauchen. Das war so quasi der Anstoss einer Serie von Planänderungen, denn das Ganze wird zur Fahrt zum Apo Riff. Aber eins ums andere: ich fahre nordwärst nach Coron, einem weniger schönen Ort, der aber berühmt ist fürs Wracktauchen.
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Die Amerikaner haben hier im 2. Weltkrieg innert weniger Tage eine Serie von japanischen Schiffen auf den Meeresgrund geschickt. Und da warten sie jetzt auf Taucher. Aber es gibt noch mehr unter Wasser: auf der anderen Seite der Insel Busuanga liegt östlich eben dieses Apo-Riff. Und ich habe mir in den Kopf gesetzt, auch dahin zu fahren. Der Tauchtrip dahin nimmt allerdings mindestens zwei Tage in Anspruch und so nicht nur aufwändiger zu organisieren ist, sondern auch mehr kostet. Meinen Plan teilen nicht genug andere Taucher, ich bekomme nur vage Zusagen der Tauchshops «maybe next week». Ich überbrücke die Zeit mit Wracktauchgängen, die sich echt lohnen. Ich bin noch nie so weit in die gesunkenen Schiffe hineingetaucht, das Ganze macht echt Spass.
Irgendwann bin ich es aber doch leid, bezüglich Apo-Riff immer wieder vertröstet zu werden und besteige eine Fähre oder eigentlich eine Banka, die typisch philippinische Bootsform mit schlankem Rumpf und zwei Auslegern, die mich nach Mindoro bringt, welches nordöstlich liegt quasi auf der anderen Seite des angestrebten Riffs. Da mit einem Van weiter nach Norden nach Sablayan, das dem Riff am nächsten liegt. Ich finde ein kleines, einfaches Resort am Strand, das von einem Österreicher geführt wird, und von wo auch Touren nach Apo gefahren werden. Fast eine Woche lang geniesse ich die Ruhe, den abgeschiedenen Strand, der kilometerlang und praktisch menschenleer ist, auch wenn der Sand halt eben grau und nicht weiss ist.
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Aber zum Riff komme ich auch von hier aus nicht. Dafür meldet sich jetzt wieder Coron. Also wieder zurück? Auch nicht: als ich schon wieder zurück in San José bin, wo anderntags wieder eine Banka nach Coron fahren würde, meldet sich der Tauchshop in Coron: ob ich nicht schon einen Tag früher da sein könne, wegen eines nahenden Tiefdruckgebiets müssten sie einen Tag früher los.
Weia…
Meine Zuversicht, das Riff doch jemals zu Gesicht zu bekommen, sinkt gegen Null. Da habe ich noch einen allerletzten Trumpf im Ärmel: es gibt in Mindoro noch ein Tauchresort mit dem vielversprechenden Namen «Apo Reef Club», und die wollen fahren. Also wieder den halben Weg zurück. Und anderntags?
Wir fahren los, einfach so als wenn nichts wäre. Endlich geht’s zum Riff - ich kann’s kaum zu glauben!!!
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Die zwei Tage sind echt lohnenswert, an den wunderschönen Riffwänden tauchen wir zwischen Schildkröten, Riffhaien, Napoleons, Feuerfischen und natürlich vielen Korallen, um nur einiges zu nennen.
Zurück auf Mindoro hänge ich dann noch ein paar Nächte dran, auch dieser Strand ist friedlich und das Resort ist sehr schön angelegt, auch wenn es noch ein paar kleine Mängel gibt wie einen nicht benutzbaren Pool oder eine Strandbar, die nicht in Betrieb ist. Man fragt ab und zu «when will you go where?» und ich antworte «I don’t know», was gelegentlich etwas Schulterzucken zur Folge hat. Mir gefällt’s, irgendwie viel relaxter als die bisherige Reise. Schliesslich fasse ich aber doch den Entschluss, über die Nordseite von Mindoro Richtung Manila aufzubrechen, mit einem Zwischenhalt in Puerto Galera. Palawan sehe ich nicht mehr und all die tollen Dinge, die ich da noch hätte unternehmen können, müssen warten bis zum nächsten Mal. Wer weiss, wieso nicht.
Fotos:
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Das nett gelegene El Nido.
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Im schönen Bacuilt-Archipel.
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Am Strand muss ich dann mal ein bisschen Hand anlegen.
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Die Cola-Dosen sind hier aber auch gross, erhöht den Fitness-Charakter.
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Zum Glück gibt es auch etwas grössere Durstlöscher.
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Ausblicke vom Hausberg von Coron
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Impression vor der Überfahrt nach Puerto Galera – auf Mindoro gibt es einige Gipfel über 2000 Meter.
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Mein Hotel liegt in einer schönen Bucht, beim Baden muss man aber aufgrund des felsigen Untergrunds vorsichtig sein, aber einmal drin: herrlich!!!
Auch im Garten ist’s paradiesisch nett 
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Eine Barka wie diese bringt mich wieder zurück auf die Hauptinsel Luzon – ein Bus bringt mich dann wieder in die Metropole Manila, wo ich noch ein bisschen den Komfort von Kinos, Einkaufszentren und Café Latte geniesse.

Eingestellt von greoj 00:41 Archiviert in Philippinen

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