Reise blog von Travellerspoint

Reisen im Trans-Sibirien-Express

Der klassischen Trans-Sibirien Strecke von Moskau nach Wladiwostok folge ich nur bis Irkutsk, mit einem Zwischenstopp in Jekaterinburg, den ersten Teil bis Jekaterinburg in der zweiten Klasse, dann erste Klasse. Der Unterschied ist im Wesentlichen, dass es in der Zweiten vier Betten pro Abteil gibt, in der Ersten nur zwei. Und der Speisewagen ist in der Ersten näher, in diesem Zug offenbar ein Stück teurer, sagt mir ein Mitreisender. Aber man kann auch einfach im Abteil warten, regelmässig wird etwas angeboten, eine Mahlzeit kommt umsonst, da im Ticketpreis inbegriffen, den Rest muss man bezahlen. Oder man kann sich auch Essen auf dem Bahnsteig kaufen, was oft appetitlich riecht und am preisgünstigsten ist. Also auch hier Verhungern nicht möglich.
Was gibt es an Landschaften zu sehen? Ich war vorgewarnt, und es bestätigt sich: in erster Linie Wald.
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Es gibt Birken und Föhren. Natürlich nicht immer gleich, manchmal erst Birken, dann Föhren, anderorts erst Föhren, dann Birken, manchmal nur Föhren, manchmal nur Birken. Ist der Wald etwas weniger dicht (je östlicher, desto eher), dann sieht man auch umgefallene Bäume. Es kann durchaus vorkommen, dass unter Föhren eine umgefallene Birke liegt. Oder umgekehrt. Aber die Variationen halten sich dann doch in Grenzen.
Auch die Dörfer sind ziemlich uniform. Eine gepflasterte Hauptstrasse, die Zubringer zu den Häuser aber Naturstrassen, einstöckige Holzhäuser, umgeben von umzäuntem Grün, mehr oder weniger bebaut oder auch leicht verwildert.
Das am meisten Faszinierende dran ist, dass man hier also Tausende Kilometer zurücklegt, und irgendwie scheint sich alles gleich zu bleiben. Die Erklärung ist sicher zum einen, dass wir uns immer etwa auf derselben Breite befinden, und es dazu kaum Höhenunterschiede gibt.

Gut 5 Stunden vor Irkutsk machen sich dann aber doch Veränderungen bemerkbar, der Wald wird lichter, da und dort folgen wir einem Hügelzug, und später sind auch industrielle Betriebe zu entdecken.
Die Trans-Sibirien-Strecke ist im Übrigen vollständig elektrifiziert, gemäss meinem Mitpassagier auf der zweiten Teilstrecke begonnen in den Zwanzigern des letzten Jahrhunderts und fertig gestellt in 2003. Überhaupt scheint die Bahninfrastruktur durchgängig gut in Schuss zu sein, auch die Bahnhöfe sehen überall gepflegt aus.

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Also doch nicht nur Waldränder, sondern auch mal ein Hügelzug im Hintergrund, eine Lichtung oder lichteren Wald, oder wir überqueren einen grösseren Fluss, hier vor der Einfahrt in Novosibirsk.

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Bahnhofsgebäude sind oft sehr ansehnlich und auch gut gepflegt. Aber man vertritt sich bei längeren Stopps auch einfach mal die Füsse auf dem Gleis und fängt ein bisschen Sonnenschein ein.

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Die Zeit und der TransSib: wir fahren ja durch mehrere Zeitzonen, aber davon lässt sich der TransSibirien Express nicht sonderlich beirren – auf den Tickets steht immer die Moskauer Zeit. Nicht nur das, auch die Zeittafeln zeigen die Abfahrtszeiten strickt nur in der Zeitangabe der russischen Hauptstadt. Damit man nicht allzu dumm dahin glotzt, ist auf der Tafel unten die Moskauer Zeit ebenfalls angezeigt. Einfach praktisch, nicht? Dumm nur, wenn Du Deine Uhr umstellst, was man ja durchaus auch mal NICHT vergessen kann.

Eingestellt von greoj 07:55 Kommentare (0)

Jekaterinburg

Jekaterinburg erreiche ich als ersten Ort in Sibirien. Die Überquerung der Kontinentalgrenze kurz vor Ankunft ist ziemlich unspektakulär, der Ural ist zumindest hier auffallend ungebirgig. So kommt es, dass ich die Ankunft auf dem asiatischen Kontinent gar nicht genau mitbekomme, keine Fanfaren, knallende Sektkorken, kein Feuerwerk (naja, am frühen Abend auch wirklich nicht sinnvoll). In Jekaterinburg weiss ich einfach: ich bin in Asien angekommen.
Jekaterinburg zählt über eine Million Einwohner, hat Strassenbahn und sogar eine nicht sehr weitverzweigte Metro. Boris Jelzin stammt von hier und es gibt in der Stadt auch ein ihm gewidmetes Museum, dass ich aber aus zeitlichen Gründen auslasse.

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Im Zentrum von Jekaterinburg gibt es einen ziemlich grossen Stadtweiher. Auf dem zweiten Bild in der Bildmitte das grösste Gasometer, das ich je gesehen habe. Oder handelt es sich doch um ein bewohnbares Gebäude?

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Ein Wahrzeichen der Stadt unmittelbar am Stadtweiher.

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Wohnen in Jekaterinburg – durch die Aussicht aufs Wasser wahrscheinlich nicht ganz billig.

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Der Farbklecks zu diesem Kunstwerk dürfte sich mittlerweile entfernt haben.

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Holzkirche, ein weiteres Wahrzeichen der Stadt

Eingestellt von greoj 07:52 Archiviert in Russland Kommentare (0)

Moskau

Mein Hotel in Moskau liegt nahe des Kremls und so mache ich vom effizienten U-Bahn System erst wieder bei der Abreise Gebrauch. Den Roten Platz, Kreml und noch ein paar anliegende Quartiere kann ich alle zu Fuss erkunden, womit auch gewisses sportliche Aktivität abgehakt wäre. Das Zentrum von Moskau präsentiert sich gepflegt und prächtig, mit vielen edlen Bauwerken, breiten Strassen und da und dort ins Grün eingebetteten Gehwegen. Das Wetter macht eigentlich ganz gut mit, es ist wesentlich besser als es meine App auf dem iPhone vermuten lässt (womit sich die App für den Rest der Reise ins Offside manövriert hat). Aber eben, es regnet schon zweimal abends, und dann zeigen sich bei der Drainage der Fusswege und Strassen gewisse Mängel. Ich will auf keinen Fall nasse Schuhe (kommt später sicher noch…), also einfach zwischen den Lachen rumhopsen, so gut es geht. Und bei Rotlichtern nicht direkt am Strassenrand stehen, versteht sich.
Was für mich die grösste Entdeckung war: die russische Gold- und Silberschmiedekunst, meist in Kombination mit sakralen Objekten wie Ikonen oder Bibeln. Ganz eigen ist die Kombination von gemalten Elementen, eingebetteter Keramik, Gold-und Silberarbeiten, oft noch ergänzt durch Edelsteine. Da bin ich doch ziemlich ins Staunen geraten, was da alles für Schätze zu sehen sind, in der Basilius-Kathedrale und im Kreml.
Essen war nicht besonders günstig, aber schmackhaft. Da dürften einige zu Hause beruhigt sein – Ernährung gesichert.

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Park vor dem Kreml

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Der nördliche Zugang zum Roten Platz.

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Das mondäne Kaufhaus ‘GUM’ an der Ostseite des Roten Platzes. Eine Russin meinte, hier bekommt man einen Espresso für 30 Euro. Von Schuhen und Kleidern und deren Preise hat sie nichts gesagt, aber einen Wühltisch habe ich nirgends entdeckt, dafür Nobel-Modegeschäfte (sofern mir bekannt…). Kein Espresso für mich. Auch keine Kleider, nur Treppensteigen und ein paar Föteli. Edel, nicht?

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Die Basilius-Kathedrale auf dem Roten Platz gefällt mir ausserordentlich, wirklich wie aus dem Märchen. Innen ist sie verwinkelt, einen grossen Innenraum sucht man vergebens. Dir Kirche dient in erster Linie offenbar als ein Museum. Aber so wie ich das verstehe, sind möglichst grosse Innenräume sowieso nicht unbedingt angesagt in der Architektur der russisch-orthodoxen Kirchen.

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Blick vom südlichen Ende des Roten Platzes gegen die Moskwa.

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Die sieben grossen Zuckerbäckerpaläste aus der Sowjetzeit bilden auch heute einen prominenten Teil der Innenstadt, werden aber nebst für Verwaltung etwa auch als Universität oder Hotel genutzt.

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Der Kreml von der Moskwa aus gesehen.

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Einmal im Kreml drin findet man nicht nur Gebäude für Politik und Verwaltung, sondern auch Kirchen und Museen. Und einen Park zum Flanieren. Aber so entspannt bewegt man sich nicht – überquert man etwas eine Strasse auf nicht genehme Art, wird man schnell von aufgeregten Pfeifentrillern von Aufpassern zurechtgewiesen. Ich verbringe den Hauptteil meiner Zeit im ‘Zeughaus’, wo es nur wenige Waffen, aber viel Kunst zu sehen gibt. Hiervon keine Fotos, aber glaubt mir: supereindrückliche und wunderschöne Exponate.

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Mein Hotel ist ganz nahe des Tschaikowski-Konservatoriums, natürlich mit Statue desselben Herrn davor.

Eingestellt von greoj 07:50 Archiviert in Russland Kommentare (0)

Zürich - Moskau

Ich steige in Strassburg kurz nach 11 Uhr nachts in den Zug Paris-Moskau ein. Der Wagen ist modern und sauber. Es gibt zwei Toiletten, eine sogar mit Dusche, die ich natürlich ausprobiere – alles tadellos. Im Abteil bekomme ich bald Gesellschaft von einer Familie mit zwei kleinen Mädchen, die sich ein Bett teilen. Sie steigen in Minsk (Weissrussland) aus, womit ich dann für die zweite Nacht alleine bin.
Der Speisewagen fährt nicht bis Moskau durch, was ich natürlich genau dann erfahre, als er in Warschau abgehängt worden ist. An der Grenze zu Weissrussland kommt ein anderer. Dieser fährt auf der breiteren russischen Bahnspur und ich bekomme nach längerer Wartezeit ein leckeres Abendessen serviert. Die Schlafwagen fahren durch, müssen aber einzeln hochgehoben werden, um die Fahrgestelle auszuwechseln. Auch deshalb dauert der Grenzübergang nach Weissrussland rund vier Stunden.
Bilder Fahrgestellwechesel

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Moskau erreiche ich um neun Uhr morgens. Zum Hotel fahre ich per Metro. Ich brauche etwas Zeit, um mich zurecht zu finden, aber sobald das System verstanden ist, läuft das Ganze doch sehr flott, die Züge fahren in engem Takt.

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Eingestellt von greoj 02:30 Archiviert in Russland Tagged trains Kommentare (0)

Visa

Da schreibe ich also meine ersten Zeilen zu meiner bevorstehenden Asienreise. Noch bin ich zuhause, und es geht jetzt auch noch um's Austesten des Blogs - ist ja schon eine Weile her seit meiner letzten grossen Reise und so bin ich leicht aus der Übung.

Im Unterschied zu damals habe ich wesentlich mehr Reisevorbereitungen gemacht. Im Prinzip ist der ganze Weg bis nach Japan bereits gebucht, zumindest in Bezug auf die Tickets. Zug nach Moskau, Transmongolei bis Peking, Zug Peking - Shanghai, Fähre Schanghei - Osaka. Im Prinzip das alles in erster Linie um das Beantragen der Visas zu erleichtern: Russland, Mongolei, China und dann noch das Transitvisum für Weissrussland. Innerhalb von knapp 3 Wochen hatte ich alle. Uff....

Eingestellt von greoj 22:52 Archiviert in Schweiz Tagged before start Kommentare (0)

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